Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Dienstag, den 21. Juni 2011 um 08:04 Uhr

Tag 3 - ein kurz fliegbarer Tag

Auf ein neues.
Tag 3.

HüüüüffiiiiiiDie Nächte (siehe Tag 2)
Der Morgen (siehe Tag 1 und 2)

Highlight des Morgens:
Mein unvergleichlicher Vortrag zum Thema Windenstart und Seilriss. Habe mich freiwillig (!!! -> kein Scherz) dazu gemeldet.
Die Zuschauer hingen mir an den Lippen und lauschten meinen Ausführungen.
Sie waren so fasziniert, dass sich keiner traute, auch nur einen Mux von sich zu geben.

Ok, die komischen Fluglehrer (Klaus und Jochen) zweifelten 4 Minuten nach dem ich begonnen hatte ein bisschen an meiner methodischen Kompetenz.
Ständige Unterbrechungen und Korrekturen, die natürlich in keiner Weise weder berechtigt noch nötig waren.
Werde demnächst meinen eigenen "Der Segeflugzeugführer" verfassen. Autor: "Felitsche Hüüüüfiii".
Pulizer-Preis im Visir.

Bevor wir zu dem Tagesablauf kommen muss ich hier mal noch die restlichen Personen vorstellen.
Ich schau mal rum und sehe den Roland.
Roland ist weltberühmt für sein Zelt.
Campingzelt.
Baujahr 1905, 234234 Teile, 456 m² Stoff (ungeschnitten und nicht vernäht), keine Aufbauanleitung.
Das ganze wurde wohl von Rolands Großvater zu einem besonderen Erbstück erklärt. Die über Generationen innerhalb der Familie mündlich weitergereichte Aufbauanweisung steht als erstes, nichtmaterielles Unesco-Kulturerbe bereit.
Nachdem es dann von den Familien-Clan heil durch beide Weltkriege gebracht wurde, und selbst das Wirtschaftswunder in Westdeutschland überstanden hat, darf sich nun Roland jedes Jahr in Leibertingen daran erfreuen.
Der Aufbau gestalltet sich aber so, dass er nicht mit einem überschaubaren Team zu erledigen wäre.
Die Leibertinger organisieren daher schon vorab freiwillige Feuerwehr, DRK, und DLRG zum Aufbau, sowie eine Hundertschaft Polizei zur Regulierung der Schaulustigen.
Nachdem das Zelt dann steht, weniger als 4 Teile übrig sind und in keiner Weise mehr verbaut werden können, sowie Roland sein seliges Lächeln im Gesicht hat, entlässt man die Helfer zum Rockfestival SouthSide nach Neuhausen. Betreuung tausender Fans ist gegenüber diesem Event die reinste Erholung für die Jungs.
Ab jetzt kann Roland die für den Leibertinger Frühsommer bekannten ars...kalten Nächte geniesen, und die üblichen Erfrierungen dritten Grades morgens mit einer warmen Dusche abwaschen.

Gut, ich sollte mich ja kurz halten (sagen immer alle, mach' ich ja eigentlich auch), daher mal schnell noch zu ein paar anderen.
Wolfgang: Scheininhaber, und kann genauso gut, genauso viel und genauso über alles maulen wie ich. Den ganzen Tag und die halbe Nacht, wenn es sein muss.
Im Gegensatz zu mir hat er aber noch einen volkswirtschaftlichen Nutzen:
- er opfert immer seinen Toaster und Sandwichmaker, ohne das die Gruppe vermutlich nach dem ersten Tag den Hungertod gestorben wär (oder sich zum Kanibalismus bekannt hätte). Bzgl. Kanibalismus würde ich aber vermutlich den Anfgang der Nahrungskette bilden. Und Friedie das Ende...
- er bringt EDV-technisch so ziemlich alles in Ordnung. Und wenn alles in Ordnung ist, bringt er wieder irgendwas durcheinander, damit er wieder was in Ordnung bringen kann. ITler halt

Stefan: Noch so ein ITler. Hat aber inzwischen nach dem ersten Windenstart die Schnauze voll von Windenstarts. Daher zu Küchenarbeit und Toilettenreinigung verdonnert.

Nun gut, zu den anderen dann später.

Der Tag:
Aufbauen.
Windenstart, Seilrissübung, Windenstart, Seilrissübung, Windenstart, Seilrissübung, Windenstart, Seilrissübung, ...
Edel natürlich die Geheimsprache zwischen Fluglehrer und Startleiter zur Ankündigung, dass der nächste Start wieder eine Seilrissübung gibt:
Klaus hebt die wohl hässlichste Mütze der Welt (gelbe, selbstgestrickte Parisermütze) mehrfach. Der Startleiter gibt über Funk "97 verstanden" durch.
Der Flugschüler ist völlig verwirrt, da vorher ja überhaupt kein Kommando über Funk gegeben wurde.
Interessant auch die Erfahrung, dass bei 30 km/h Wind eine Umkehrlandung eine 1000 m Piste verdammt kurz wird.
Oder Felix W. (Felix ist mein Namensvetter, und hat aber auch nur den Namen mit mir gemeinsam. Ansonsten kann man ihn mit so einem Checker wie mir natürlich in keiner Weise gleichsetzen). Auf jeden Fall Seilrissübung, und nachdem er fast alles richtig gemacht hat und mit 180 m im Gegenanflug der fast normalen Platzrunde ist kommt die alles entscheidende Frage des Fluglehrers:
Klaus: "wie hoch?"
Felix: "hoch genug."
Klaus: "wie hoch über Grund?"
Felix: "ähhh, ähhhh, ähhhh, zu hoch..."
Dauraufhin beginnt wildes, unkoordiniertes Kreisen, bis man in ca. 100 Meter in Richtung Nordwest, d.h. diagonal über den Platz in Richtung unlandbares Gelände und einem kleinen Windrad als Hindernis aufrichtet.
Tja, was so eine harmlose Frage alles anrichten kann...

Um 2 Uhr kamen dann die ersten dicken Schauer, und wir hallten ein. Wie üblich ging's nicht ganz ohne abledern.

Dann schnell zum Alternativprogramm:
Eine Gruppe in's Schwimmbad nach Tuttlingen. Dem Begriff "Wellenbad" wurde das ganze aber erst nach Eintreffen durch uns gerecht. Die Wetten standen 100:1 dass wir innerhalb von 10 Minuten wieder rausflogen. Letzlich waren es aber kanpp drei Stunden hardcore "junge Hunde frei laufen lassen" und danach waren alle platt.
Zweite Gruppe zum "Zündapp-Museum". Das war aber wohl geschlossen, worauf man sich mit den nagelneuen Yoghurt-Bechern eines Kawasaki-Händlers beschäftigte. "Ist ja wie eine Zündapp".

Ein kleine Gruppe dann Abends noch in's Kino "Hang over 2".
Essen, schlafen gehen, träumen (siehe Tag 2)

Morgen soll es Hammerwetter geben, daher früh in's Bett.


Bis die Tage.
Euer Felitsche.