Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

www.sfc-hall.de

Geschrieben von: Aurel Butz   
Mittwoch, den 22. Juli 2009 um 16:40 Uhr

Zwei Segler erhalten Flugschein

Geschafft: Am Samstag meisterten Tilman Kühner und Wolfgang Baas vom Haller Segelfliegerclub (SFC) die Prüfung zum Flugschein.

Tilmann Kühner (links im Cockpit) und Wolfgang Baas (dahinter) bestanden die praktische Prüfung im Segelflug. Foto: Aurel Butz

Tilmann Kühner (links im Cockpit) und Wolfgang Baas (dahinter) bestanden die praktische Prüfung im Segelflug. Foto: Aurel Butz

Je drei Flüge standen auf dem Programm. Dabei kommt es darauf an, Elemente wie Langsam- und Kurvenflug präzise zu fliegen und genau zu landen. "Wesentlicher Unterschied zu meiner Führerscheinprüfung ist natürlich, dass ich vor der Segelflugprüfung schon fast drei Jahre lang alleine geflogen bin. Somit wusste ich ja, dass ichs kann", sagt Tilman Kühner. Richtig aufgeregt sei er trotzdem gewesen, gibt der 19-Jährige zu.

Viel geschwitzt haben dürfte auch Prüfer Michael Birli. Denn ist die Plexiglashaube des doppelsitzigen Segelflugzeug des Typs Twin Astir erst einmal geschlossen, gibts kein Entrinnen mehr - auch nicht vor der Sonne, die am Wochenende diese Prüfungssituation aufheizte.

"Kaum an der Reihe, und schon ist die Anspannung verflogen", erzählt Tilman Kühner. Schon nach dem ersten knapp 15-minütigen Flug war bei ihm fast das gesamte Prüfprogramm abgehakt, nur noch der Seitengleitflug (Slip) fehlte. "Hier hatte ich die wenigste Routine", sagt Kühner. Kein Wunder, kommt doch der höhenvernichtende Slip im Zeitalter von effektiven Bremsklappen selten zur Anwendung. Zum Repertoire eines Piloten gehört er trotzdem. Er klappte gut. Erst kribbelig, dann entspannt: So sah auch Wolfgang Baas seine Prüfung: "Ich war viel nervöser als bei der Theorie; da wusste ich genau, wo ich stehe."

Ähnlich wie der Führerschein gilt der Segelflugschein nun auch unbegrenzt: So lange der Fliegerarzt grünes Licht gibt, steht den Piloten fast der ganze Himmel offen. "Ich denke, dass ich mich nun an größere Strecken herantasten werde", plant Tilmann Kühner, "ich muss aber keine acht Stunden unterwegs sein, mir reichen auch drei Stunden."

Für die Segelflug-Bundesliga genügen schon zweieinhalb Stunden - bei möglichst hoher Geschwindigkeit. So belegten am Wochenende die Haller Bundesligapiloten Markus Schieber (91 km/h), Werner Saur (75 km/h) und Wikhart Denner (66 km/h) Platz 19 unter 30 teilnehmenden Segelflugvereinen; damit steht der SFC in der Gesamtwertung momentan auf Platz 24.


Haller Tagblatt vom 21.7.2009