Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Haller Piloten liegen nach Wetter-Poker vorn

Erstes Wertungswochenende sehr wechselhaft

Nach achtjähriger Pause ist der Haller Adolf-Würth-Airport derzeit Austragungsort des Hohenloher Vergleichsfliegens (HVF). Eröffnet wurde der Segelflugwettbewerb von Halls Erster Bürgermeisterin, Bettina Wilhelm. Die ersten beiden Wertungstage am Wochenende verliefen sehr wechselhaft:

Während am Samstag die meisten der 36 Segelflugpiloten die Wettbewerbsstrecken zwischen 115 und 150 Kilometer Länge meisterten, musste am Sonntag richtig „gepokert“ werden, um nicht gleich nach dem Start „im Acker“ zu landen. Von den Piloten des Segelfliegerclubs Schwäbisch Hall (SFC) konnten sich dennoch einige an der Spitze behaupten.

In den Osten, den Westen oder doch den Osten fliegen? Sportleiter Werner Bennert versuchte, die vertrackte Wettersituation bestmöglich in den Griff zu bekommen – obendrein hatte er eine besonders knifflige Aufgabe: Von den morgendlichen Wetterprognosen ausgehen musste er drei unterschiedliche Strecken festlegen – für jede Leistungsklasse eine. Natürlich möglichst nicht zu kurz, um den Wettkampf-Anforderungen gerecht zu werden, andererseits aber auch nicht zu weit, damit das Teilnehmerfeld nicht im Acker landen muss und eine Wertung damit hinfällig wäre.

Am Samstag ging die Rechnung des Sportleiters auf: Abwarten, bis der Himmel aufreißt, gegen 15 Uhr die ersten Starts. Für die 38 Clubklasse-Piloten ging es auf einen 115-Kilometerkurs über Dinkelsbühl nach Rothenburg und zurück, die fünf Doppelsitzer machten sich auf die Strecke via Weipertshofen und Schloss Colmberg zwischen Rothenburg und Ansbach, während die 23 Leistungsklasse-Piloten die größte Distanz von 150 Kilometern nach Ellwangen und Rothenburg und dann in den Süden nach Untergröningen in Angriff nahmen.

Knackpunkt Rothenburg

Der Haller Segelflieger Markus Schieber gewann am Samstag die Tageswertung in der Leistungsklasse. Sein Fazit: „Der Flug war sehr stressig, ich musste mich ständig umentscheiden, welchen Flugweg ich zwischen den verhältnismäßig nahe beieinanderliegenden Wendepunkten nehmen sollte.“

Auch für einen anderen Haller Piloten lief der erste Wertungstag um einiges besser als erwartet: Tilman Kühner landete auf dem dritten Platz der Clubklasse-Wertung. „Eigentlich war das erst mein dritter Überlandflug überhaupt“, erzählt der 20-Jährige. „Ich dachte nur daran, die Runde zu schaffen. Rothenburg war spannend, dort ging thermisch nichts. Also zehn Kilometer vorher Höhe Tanken, reingleiten, Wende umrunden, wieder herausgleiten.“ Dann schraubte er sich noch einmal in die Höhe, bevor er beim Rückflug nach Hall auf sein Bauchgefühl setzte: „Ich hatte keinen Endanflugrechner, ich dachte mir nur: Für die letzten 35 Kilometer, das muss mir jetzt reinreichen.“ Und es passte.

Schaurige Flüge

Sonntag war es schon um einiges knapper: Ab in den Süden, der Wetterlücke entgegen. Während für die Clubklasse 145 Kilometer an Nördlingen vorbei nach Harburg und Weipertshofen auf dem Programm stand, ging es für die Leistungsklasse auf einen 160-Kilometer-Rundkurs über Heubach auf der Schwäbisch Alb und wie tags zuvor nach Colmberg. Gerade als die Doppelsitzerklasse gestartet war und Höhe sammelte, um auf Strecke zu gehen, baute sich über Hessental eine dunkle Gewitterwand auf, die im Laufe des Nachmittags auch Hagel spuckte.

Während die Doppelsitzerklasse den Anschluss an die Thermik verpassten und die Clubklasse ebenfalls nicht gewertet werden konnte, weil das Gros der Piloten die Mindeststrecke von 75 Kilometern nicht schafften - wurden viele Segelfliegerpiloten der Leistungsklasse von den Schauern erwischt: „Durch so viel Regen bin ich noch nie geflogen“, berichtet Ralf Bernhardt vom SFC. Ihn erwischte es nach dem Start in Richtung Alb und dann auf halber Strecke gleich noch mal. Zusammen mit den weiteren SFC-Piloten Markus Schieber – „wäre nicht Wettbewerb, dann wäre ich heute bestimmt nicht geflogen“ –, Sven Mayer und Dirk Windmüller tasteten sie sich im Team in Sichtweite und verhältnismäßig langsamen 120 km/h wieder nach Hall zurück. Die Vorsicht wurde belohnt, für Dirk Windmüller sprang der Tagessieg heraus, Markus Schieber konnte seinen ersten Platz in der Gesamtwertung der Leistungsklasse erfolgreich verteidigen.

Vom Sichtflugverbot wegen der erhöhten Vulkanasche-Konzentration in der Luft blieb der Wettbewerb gerade noch verschont; nur einMotorsegler konnte am späten Nachmittag die Reise zum Heimatflugplatz nicht mehr antreten und saß in Hall fest.

Sollte es das Wetter zulassen, stehen von Donnerstag, 13. Mai, bis Sonntag, 16. Mai, noch weitere vier Wertungstage an, nach denen dann der Gesamtsieger des Hohenloher Vergleichsfliegens feststeht.

Wetterfenster abwarten und dann auf Strecke: Am Wochenende starteten 36 Segelflugzeuge vom Hessentaler Flugplatz beim Hohenloher Vergleichsfliegen auf bis zu 150 Kilometer weite Rundstrecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konnte seinen Vorsprung in der Leistungsklasse erfolgreich bis Sonntag verteidigen: Markus Schieber von den Haller Segelfliegern.

Dirk Windmüller vom Segelfliegerclub Schwäbisch Hall holte am Sonntag trotz Schauerwetter den Tagessieg in der Leistungsklasse und liegt damit einen Platz hinter Markus Schieber in der Gesamtwertung.

Sein dritter Überlandflug überhaupt führte den 20-jährigen Tilman Kühner aus Schwäbisch Hall auf Platz drei der Clubklasse-Wertung