Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Segelfliegen/Hohenloher Vergleichsfliegen 2010

Haller Piloten jagen auf Wolkenstraße zum Gesamtsieg

Nach der zweiten Runde des Hohenloher Vergleichsfliegen teilten sich die Piloten des Segelfliegerclubs Schwäbisch Hall (SFC) die ersten vier Plätze der Leistungsklasse unter sich auf. Der Pokal für den punktbesten teilnehmenden Verein wanderte ebenfalls nach Hall.

 

Vier Tage, davon aber nur einer fliegbar: Auch bei der zweiten und letzten Runde des Segelflugwettbewerbs bremste das Wetter die Segelflieger aus: Nachdem Donnerstag bis Samstag neutralisiert worden war, versprach am Sonntag eine großflächige Wolkenlücke genügend Sonneneinstrahlung und damit Thermik. Härtester Gegner der 37 Segelflugpiloten war diesmal nicht die Konkurrenz, sondern der starke Nordwestwind – in der bevorzugten „Arbeitshöhe“ der Segelflieger zwischen 1000 und 2000 Metern NN blies er mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde.

Einige Piloten bekamen das schon schmerzlich gleich nach dem Ausklinken zu spüren: „Zerrissene“, ungleichmäßige Aufwinde; ständig wurden sie beim Höhetanken abgetrieben und mussten auf dem ersten Streckenabschnitt heftigen Gegenwind in Kauf nehmen. Erst auf den letzten Streckenabschnitten sollte dieser „Turbo“ im Rücken für zusätzlichen Schub sorgen.

Für die Clubklasse standen 183 Kilometer auf dem Programm: Der A6 entlang bis Waldorf, dann in den Süden nach Backnang und wieder zurück. Bei den Doppelsitzern etwas gemächlicher: Über Künzelsau das Kocher- und Jagsttal entlang nach Gundelsheim, dann ebenfalls über Backnang-Völkleshofen zurück – unterm Strich 128 Kilometer. Die Leistungsklasse startete zu einer 187-Kilometer-Strecke über Möckmühl, Sinsheim, Osterburken und den Burgberg.

SFC-Pilot Markus Schieber, am Sonntag noch Gesamtführender der Leistungsklasse, hatte am auch am letzten Wertungstag Glück. Pünktlich zu seinem Abflug bildete sich eine sogenannte „Wolkenstraßen“: Die aufwindreichen Wolken liegen quasi aufgereiht auf einer Linie entlang der Flugstrecke. Im Segelflugzeug kann man diesen „Aufzug“ im Geradeausflug nutzen, ohne Höhe und Zeit zu verlieren. „Die letzten 60 Kilometer flog ich direkt unter einer Wolkenstraße zurück nach Hall“, sagt Markus Schieber. Sein Fahrtmesser zeigte 150 Kilometer pro Stunde – macht mit Rückenwind locker 180 km/h. Entsprechend preschte Schieber mit einem Schnitt von 103 km/h zum Tages- und damit auch Gesamtsieg in der Leistungsklasse. Auf Platz zwei der Tageswertung (Gesamtwertung Platz 4) landete Dietrich Sinn, mit ihm zusammen nimmt Schieber über Pfingsten in Jena an der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft teil. Konstant gute Flugleistungen brachten Sven Mayer – mit 20 Jahren der Jüngste unter den bestplatzierten Piloten – in der Leistungsklasse-Gesamtwertung den zweiten und Dirk Windmüller den dritten Platz.

Zusammen mit dem dritten Platz des Fluglehrer-Flugschüler-Teams in der Doppelsitzer-Klasse sammelten die SFC-Piloten genug Punkte, um in der Mannschaftswertung den Wanderpokal bis zum nächsten Hohenloher Vergleichsfliegens kommendes Jahr in Hall zu behalten.