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Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Segelfliegen / Dieses Wochenende wollen Haller Piloten zur Punktejagd ansetzen

Tief verhindert pünktlichen Start in die Zweite Bundesliga

Der härteste Gegner des Segelfliegerclubs Schwäbisch Hall (SFC) ist keiner der konkurrierenden 29 Zweitligisten, nein: Vergangenes Wochenende schickte das Tief über Großbritannien seine Thermik-Killer nach Deutschland. Für die abflugbereiten Haller Piloten, hieß das: Der Start in die Zweite Bundesliga verzögert sich auf unbestimmte Zeit, zu viele Schauer, zu niedrig die Wolken.

Immerhin, dem Wetter mussten sich die Hälfte der deutschen Zweitliga Vereinen geschlagen geben, nur Lokal-Konkurrent Öhringen punktete mit einem Flug.

Heimvorteil wird zum Handicap

Der Heimvorteil – gestartet werden darf zur Bundesliga von einem beliebigen Flugplatz in Deutschland – entpuppte sich für die Haller zum Handicap. Doch wegen des Wertungssystems ist noch alles drin – auch der Aufstieg in die Erstliga, die die Haller 2009 verlassen mussten. Die vergangenen Jahre mischten Piloten wie Markus Schieber verstärkt bei Wettbewerben und Deutschen Meisterschaften mit. „Mein Ziel ist auch dieses Jahr wieder, bei der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft (DM) unter die ersten fünf zu kommen“, sagt Schieber. Das wäre für den Mainhardter wiederholt das Ticket zum Startplatz bei der DM 2013. Für die Bundesliga sieht er in Hall Potenzial – wenn auch noch nicht sofort: „Ich wünsche mir, dass von unseren jungen Piloten einige zu den Streckenfliegern aufrücken. Dann haben wir in zwei bis vier Jahren eine Mannschaft, um in die Erste Liga aufzusteigen.“

Einer dieser jungen Flieger ist Fabian Mugele aus Mainhardt, 17 Jahre alt, den Flugschein frisch in der Tasche. „Klar, man schätzt sich schon gut ein. Aber wenn du bei einem Wettbewerb als Neuling deine Konkurrenten nicht kennst, das wird schwierig. Und bei kniffligem Wetter haben die mir bestimmt Einiges voraus.“ Ihn lockt aufs erste auch weniger die Geschwindigkeitsjagd der Liga-Piloten, sondern weitere Strecken: „400 Kilometer, so ein Flug dieses Jahr, das wäre was.“ In einem Monat startet der Azubi zu seinem ersten Segelflugwettbewerb auf der Schwäbisch Alb.

Dort ist auch Sven Mayer aus Hall dabei: „Für mich ist der Farrenberg-Wettbewerb die perfekte Vorbereitung zur Deutschen Meisterschaft der Junioren Ende Juli.“ Und was die Bundesliga betrifft, schätzt der 22-Jährige die Lage mit Blick auf die Nachwuchs-Talente optimistisch ein: „Ich rechne mit einer Platzierung im ersten Drittel.“

Downsizing: Gleiche Leistung, dafür leiser

Was im Premium-Automobilbau mit Downsizing im Trend liegt, findet sich auch beim SFC wieder: Einen höheren vierstelligen Betrag investierte der Verein, um die beiden Schleppflugzeuge auf den optimalen Stand der Lärmschutz-Technik zu bringen. Ein Propeller wurde verkürzt, die andere Schleppmaschine wurde vom Zweiblatt-Propeller zur Vierblatt-Luftschraube aufgerüstet. Das Ergebnis: dieselbe Startleistung, dafür weitaus leiser. Eine gute Startleistung – darauf hoffen die Haller Segelflugpiloten für dieses Wochenende.

INFO: So wird in der Segelflug-Bundesliga gewertet

In der ersten und zweiten Segelflug-Bundesliga starten jeweils 30 Vereine. Am Ende der Saison – nach 19 Wochenend-Runden – steigen jeweils sieben Vereine auf und ab. Pro Runde zählen die schnellsten Flüge von bis zu drei Piloten eines Vereins innerhalb eines 2,5-stündigen Zeitfensters. Ähnlich wie in der Formel 1 erhält der rundenschnellste Verein 20 Punkte, die folgenden jeweils einen Zähler weniger.