Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Runde 9 der Segelflug-Bundesliga (14./15. Juni): Segelfliegerclub Schwäbisch Hall nimmt sechs Punkte aus Bundesliga mit, verliert aber weiter an Boden

Vom Aufwind verschaukelt

Ach, wenn doch nur … Die Piloten des Segelfliegerclub Schwäbisch Hall (SFC) lassen sich von Pechsträhnen nicht so leicht unterkriegen und holten in Runde 9 der Segelflug-Bundesliga mit Platz 15 immerhin sechs Punkte, rutschten in der Tabelle aber auf Platz 17.

Nur eine kleine Schraube fehlte Felix Hüfner. Die hält normalerweise das Stützrädchen seiner LS 8 zusammen. Das Rad sorgt dafür, dass die Tragflächen (15 Meter Spannweite) auf dem Weg zur Startbahn immer schön waagrecht bleiben. Denn kämen die Flügel aus der Balance, würde das in den Flügeln getankte Wasser von der höher gelegenen Tragfläche in die niedrigere blubbern – das Segelflugzeug hätte regelrecht Schlagseite und würde beim Start hinter dem Schleppflugzeug nur unsicher hertorkeln.

Hüfner entschied sich: Kein Flächenrad, kein Ballast-Wasser, kein Risiko. Aber auch: weniger Geschwindigkeit für die Bundesliga, weil eben der Ballast fehlt. „Ich probierte einfach, die zweieinhalb Flugstunden für die Bundesliga nur mit Rückenwind zu fliegen, wenn möglich im altbekannten Terrain“, meinte Felix Hüfner zu seiner Taktik am Sonntag. Die Rechnung des Vellbergers ging auf: Von Beilngries im Altmühltal, wo der SFC derzeit im Fluglager ist, flog Hüfner bis hinter Tuttlingen und wieder zurück, 540 Kilometer. Immerhin, ein beachtlicher Bundesliga-Schnitt von 107 km/h und damit schnellster Haller. „Mit Wasser wäre aber deutlich mehr drin gewesen“, meinte Hüfner etwas zerknirscht.

Pech auch für Markus Schieber: Beim Bayreuth-Wettbewerb setzte er vergangene Woche gleich am ersten Wertungstag auf eine vermeintlich sichere Thermik-Linie. Die Aufwinde verschaukelten den Mainhardter: Nach gerade Mal halber Strecke musst er aufgeben. Ein Rückstand, aber kein Rückschlag: „Da muss man einfach resetten, alles nochmal ganz von vorne angehen“, sagte Schieber. Er versucht, so gut es geht das Feld von hinten aufzurollen. Nach drei Wertungstagen lag er am Sonntag auf Gesamtplatz 17; Dietrich Sinn auf 10. Beide SFC-Piloten spekulierten bei diesem Wettbewerb auf einen vorderen Platz und damit auf ein Ticket zu den Deutschen Meisterschaften kommendes Jahr. Greifbar scheint dieses Ziel derzeit allerdings nicht, aber bis Samstag wird in Bayreuth noch geflogen. Markus Schieber sieht’s pragmatisch: „Klar, die Chance, sich für die Meisterschaft zu qualifizieren, gibt’s für jeden Piloten nur einmal im Jahr. Ich lasse die Flüge jetzt für die Bundesliga werten – und fliege diese Saison eben noch mehr für die Erste Liga.“ Schieber steuerte einen Schnitt von 95 km/h zu seinem 414 km weiten Flug bei.

Wie es aussehen kann, wenn bei den Hallern Piloten einmal alles glatt läuft, zeigte Wikhart Denner mit seinem Flug vom Sonntag: Von Hessental aus ins Altmühltal nach Eichstätt und genau wie Felix Hüfner mit einer ordentlichen Portion Rückenwind die Alb hinunter, bevor es bei Denner den Schwarzwal wieder zurück ging. 648 km Flugstrecke und mit einem Bundesliga-Schnitt von 99 km/h dazu noch zweitschnellster Haller Pilot.