Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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2014

Segelflug-Bundesliga: Der Haller Dirk Windmüller fliegt 389 Kilometer weit

Der Wetterbericht verhieß für das Wochenende wenig Gutes. Doch das Haller Segelfliegerteam um Dirk Windmüller findet den passenden Aufwind. Lohn ist Platz 12 in der Gesamtwertung.

Nur wer sich vom angekündigten Segelflugwetter am Wochenende nicht abschrecken ließ und tatsächlich auf Strecke ging, hatte zur zweiten Wertungsrunde der Bundesliga im Süden eine Chance. Mit dem Ergebnis - neunter Platz und zwölf Punkte mehr auf dem Konto - hielt der Segelfliegerclub Schwäbisch Hall (SFC) in der Gesamtwertung seinen Rang.

Zweimal am Tag gibt der Deutsche Wetterdienst einen Segelflugwetterbericht heraus: Ist Thermik zu erwarten, falls ja - wie hoch geht es hinaus, woher kommt der Wind? Für Samstag, 7 Uhr, sparten sich die Meteorologen den Aufwand: Kaum nutzbare Thermik zu erwarten, also ein nur verkürzter Wetterbericht. Doch die vormittags noch niedrige geschlossene Wolkendecke über dem Flugplatz lichtete sich gegen Mittag; für die SFC-Piloten, die den Wetterbericht ignoriert hatten, das Startsignal.

Dirk Windmüller, mit 89 km/h Bundesliga-Schnittgeschwindigkeit auf seinem 389 Kilometer langen Flug am Wochenende schnellster Haller, tastete sich zunächst in den Norden gegen die tiefen Wolken vor: "Erst nach Waldenburg. Bei nur 600 Metern bis zur Basis hat man nicht viel Spielraum."

Die Basis - also Wolkenuntergrenze - setzt beim Segelfliegen das Höhenlimit, denn der Flug in den Wolken ist verboten, es drohen wortwörtlicher Blindflug und Orientierungsverlust. "Die Entscheidung, dann nach Süden auf die Schwäbische Alb zu fliegen, war richtig", sagte Windmüller, "da war auch einiges los, Steigwerte zwischen zwei bis drei Metern pro Sekunde, die Basis wurde immer höher."

Zusammen mit Dietrich Sinn (412 km, 88 km/h) stieg er bei Aalen auf die Schwäbische Alb ein und flog westwärts bis Leibertingen, Fabian Mugele (348 km, 78 km/h) folgte dem Kurs mit dem Duo Discus. Das Haller Bundesliga-Team flog schnell genug, um die Erstliga-Konkurrenz aus Aalen knapp zu schlagen, die ebenfalls die Thermik-Rennstrecke Schwäbische Alb nutzte.

Tabelle
1. LSV Burgdorf (39 Punkte)
2. AC Braunschweig (37)
3. FK Brandenburg (33)
13. SFC Schwäbisch Hall (20)

 

Segelfliegerclub Schwäbisch Hall startet wieder in die Erste Bundesliga

Nur nicht trödeln – und warum schlechte Tage gut fürs Ergebnis sein können

Wieder zurück unter den 30 besten Vereinen Deutschlands: Nach fünf Jahren startet der Segelfliegerclub Schwäbisch Hall (SFC) am Osterwochenende in der Ersten Bundesliga. Dann entscheiden die Wertungsrunden an insgesamt 19 Wochenenden, ob die Haller Piloten dem Erstliga-Druck gewachsen sind.

Keine Frage, denn die Erstligisten nehmen sich nichts: „Wir müssen uns auf jeden Fall noch mehr anstrengen, die Konkurrenz ist auf jeden Fall härter. Da sind Top-Vereine aus dem Süden dabei“, meint Felix Hüfner. Und tatsächlich: Zwei Drittel der Erstligisten kommen aus Bayern und Baden-Württemberg. Sie können auf Thermik-Rennstrecken wie Schwäbische Alb oder gleich die Alpen in unmittelbarer Nähe setzen. Denn wo genau für die Liga geflogen wird, spielt keine Rolle. Was zählt, ist ein möglichst hoher Geschwindigkeitsschnitt innerhalb eines zweieinhalbstündigen Wertungsfensters.

Und trödeln sollten die Haller nicht, denn in der Ersten Bundesliga wird schneller geflogen: Pro Wertungsrunde zählt das Ergebnis der jeweils drei besten Piloten. Vergleicht man die 3.400 sogenannten Speed-Punkte, die dem SFC vergangenes Jahr zum Aufstieg verholfen haben, mit den Erstliga-Ergebnissen, so hätte dieses Punktepolster nicht über einen Abstiegsplatz hinausgereicht.

„Unser Ziel sollte ein guter Mittelfeldplatz sein“, urteilt Hüfner. Mit 19 Jahren gehört der Vellberger zu den jüngeren Piloten im Team, hat aber von den erfahrenen Piloten eine entscheidende Taktik gelernt: „Die meisten Punkte holt man an schlechten Tagen.“ Dann also, wenn Segelflugzeug-Piloten mit skeptischen Blicken die dichte Wolkendecke mustern und sich fragen, ob es überhaupt Sinn macht, das Flugzeug aufzubauen und vielleicht von einem Schauer erwischt zu werden. Während eines Fluges ist das Gift für die ausgefeilte Aerodynamik eines Segelflugzeugs, dann ist die Gleitzahl sofort im Eimer. Aktuelle Aussichten für das Wochenend-Wetter: Im Südwesten stärker bewölkt und eventuell Niederschlag. Bestes Möglichkeit zum Punkten also.

 
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