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Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Runde 1 der Zweiten Segelflug-Bundesliga (18./19. April): Segelfliegerclub Schwäbisch Hall startet mit zwei Punkten in Zweite Bundesliga

Wassereinbruch im Cockpit

Die Kaltfront war gerade durchgezogen und schaufelte weiter kalte Meeresluft nach: Thermische Best-Bedingungen zum Start in die neue Bundesliga-Saison. Während deutschlandweit gleich zehn Piloten am Samstag Strecken über 1.000 km flogen und gute Liga-Schnitte herausholten, kamen die Haller Piloten nur schwer in die Gänge. Platz 19 in der Auftaktrunde, zwei Punkte wanderten auf das Konto.

Die meisten Kilometer schrubbte Dirk Windmüller. Schwäbisch Alb bis in die Südausläufer des Schwarzwalds, dann die Donau entlang bis Kelheim und zurück nach Hall. Ergibt 727 km, davon 91 km/h im zweieinhalbstündigen Wertungsfenster für die Bundesliga.

Das Wasser bahnte sich seinen Weg ins Cockpit

Einen noch schnelleren Liga-Schnitt legt Dietrich Sinn mit 107 km/h hin. Dass Kaltluft nicht nur großartiger Thermik-Garant ist, musste Sinn schmerzhaft spüren.

Als einziger der Haller Piloten tankte er Wasserballast, um noch schneller zu sein. Pech für Sinn waren die Gesetze der Physik, Stichwort Aggregatzustand von Wasser: „In meiner Flughöhe, bis zu 1900 Meter NN, hatte es zwischen -5 und -8° Celsius. Also Vereisungsgefahr. Das hielt mein Wasserventil nicht durch, es ging kaputt. Das Wasser vom Hecktank bahnte sich seinen Weg die vier Meter bis ins Cockpit.“

 

Kaltluft kann so tückisch sein: Dietrich Sinn vom Segelfliegerclub Schwäbisch Hall konnte dank des Wetters am Wochenende den hohen Liga-Schnitt von 107 km/h erfliegen. Gleichzeitig sorgten die tiefen Temperaturen für Technik-Aussetzer und Wassereinbruch in seinem Cockpit und durchnässten sein Overall.

Nasses Sitzpolster, nasser Overall. Zum Glück kein Elektronik-Ausfall. Das eisige Wasser konnte der erfahrene Segelflugzeug-Pilot zwar noch wegstecken, seine Ungeduld aber nicht: „Ich wollte einfach schnell weiterfliegen, nicht bis nach oben kreisen und zusätzlich Höhe machen.“ Das war sein Fehler: Dietrich Sinn musste auf dem Flugplatz Blumberg seinen Zweitliga-Flug nach 320 km abbrechen.

Den drittschnellsten Flug im Haller Team erreichte der Vellberger Felix Hüfner (87 km/h, 570 km), nach dem Abstecher in den Schwarzwald ebenfalls wie Dirk Windmüller die Donau entlang. Pech ebenfalls für Markus Schieber: Sein Flug über 620 Kilometer wurde in der Wertung nicht berücksichtigt, vermutliche technische Gründe.