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Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Runde 11 der Zweiten Segelflug-Bundesliga (27./28. Juni): Haller Segelflieger wieder unter den ersten Zehn

Rückstand ausbügeln

Acht Runden vor Ende der zweiten Bundesliga fliegen die Haller Segelflieger in genau der Aufwindzone, wo sie hinmöchten: Mit Platz 7 eine Top-Ten-Platzierung der 30 Zweitligisten. Doch eine Wertung macht noch keine Tabelle – denn dort hängt der Segelfliegerclub Schwäbisch Hall (SFC) immer noch auf dem drittletzten Rang. Wie schaffen es die SFC-Piloten, den Rückstand der bisherigen Saison auszubügeln?

Am besten wie am Sonntag: Fünf Segelflieger starteten für die Bundesliga. Eine komfortable Situation, denn für eine Wertung braucht es lediglich drei, Piloten deren Geschwindigkeitsschnitt zählt. Und das auch nicht über den kompletten Flug hinweg, sondern über ein zweieinhalbstündiges Wertungsfenster. Die Rechnerei übernimmt letztlich der Computer auf Basis des per Satellitendaten aufgezeichneten Flugwegs.

100 Liter Wasser in den Tragflächentanks, nur 1 Liter Wasser für den Piloten

Als Dirk Windmüller am Sonntag gegen 11 Uhr startet, schwappen in den Flügel-Tanks seiner ASG 29 E (Spannweite 18 Meter) ordentliche 100 Liter Wasserballast, die das Leergewicht von etwa 300 Kilogramm gut erhöhen. Das Zusatz-Gewicht bringt auf Geradeaus-Strecken mehr Geschwindigkeit, ohne dass das Segelflugzeug dafür unnötig an Höhe verliert. Für sich selbst zu Trinken hat Windmüller nur einen Liter dabei: „Da bin ich wirklich sehr genügsam.“ Gewohnheitssache eben.

Gleich geht’s los: Dirk Windmüller in seinem Segelflugzeug vom Typ ASG 29 E. In den Tragflächentanks befinden sich insgesamt 100 Liter Wasserballast, deshalb kommt auch das Stützrädchen (in Bild 1 zu sehen) an der Tragflächenunterkante zum Einsatz. Normalerweise werden Tragflächen vor dem Starten ins Gras gelegt; damit das Wasser aber nicht von einem Tragflächentank in den auf der gegenüberliegenden Seite läuft und den Schwerpunkt unnötig  ändert, sorgt das Rädchen für den Ausgleich und wir vom Helfer rechtzeitig entfernt.

Auch, wenn es bei der Rückkehr spät wird: Nach 769 Kilometern, die Dirk Windmüller über Eisenach und in die Ecke des großen Arbers unmittelbar vor der tschechischen Grenze geführt hat, schwebt der Segelflugzeug-Pilot aus Schwäbisch Hall kurz vor den 20-Uhr-Nachrichten in Hessental wieder ein.

„Zum Schluss eines Fluges hin ist das immer ein Blick auf den Endanflugrechner, schauen was die Höhe sagt“, meinte Dirk Windmüller, „also die entscheidende Frage: Reicht’s mir heim oder passt’s nicht?“ Plus Sicherheitspolster – damit zum Schluss hin noch ausreichend Höhe zum Einkurven bleibt und der Flugplatzzaun nicht noch zum unüberwindbaren Hindernis wird.

Diese Rechnung ging grade so auf: „Hatte zum Schluss nur noch zwei Blubber-Blasen, also keine richtigen Wolken mehr. Das hieß dann ab Feuchtwangen die letzten 45 Kilometer nur noch zurückgleiten.“ Seine Rechnung ging auf, inklusive 150 Meter Sicherheitspolster.  Und mit einem Bundesliga-Schnitt von 97,5 km/h, womit Windmüller diesmal schnellster Haller wird.

Der Vellberger Felix Hüfner startete erst nachmittags, aus seiner 480-Kilometer-Flugstrecke steuerte er den zweitschnellsten Schnitt von 95 km/h bei. Wikhart Denner aus Michelbach/Bilz nahm 546 Kilometer nach Norden in den Thüringer Wald und durchs Altmühltal, kam auf 90 km/h. Musste aber seinen Flug in Beilngries, noch gut 120 Kilometer Luftlinie von Hall entfernt, beenden.