Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Runde 12 der Zweiten Segelflug-Bundesliga (4. / 5. Juli): Heißem Wetter 4 Punkte abgetrotzt

Hitzestau

Immer noch fliegt der Segelfliegerclub Schwäbisch Hall (SFC) dieses Jahr in der Zweiten Bundesliga permanent hinterher, tief eingegraben auf dem drittletzten Tabellenrang. Und nach diesem Hitze-Wochenende hat sich daran auch nichts geändert.

Dazu sucht der SFC händeringend nach Piloten. Gerade bei Hitze wird Segelfliegen im engen Cockpit zur persönlichen Belastungsgrenze. Auf der andern Seite scheinen sieben Runden bis zum Ende der Ligasaison noch sehr weit weg zu sein. Oder, um die Rechnerei zu starten: Bei aktuell zehn Punkten Rückstand, um aus der Abstiegszone rauszudriften, sehen die Haller Piloten noch keinen Grund für eine Punktejagd um jeden Preis.

Am „coolsten“ schnitt am Wochenende Dirk Windmüller ab. Er versuchte am Sonntag, die vertrackte Lage des SFC im Alleingang zu retten. Ein Job, ähnlich schweißtreibend wie der des Helden eines Action-Streifens: Denn gerade die Minuten vor dem Start sind am heftigsten. Der 5-Punkt-Gurt eingeklickt, straff bis auf Anschlag, um bei Thermik-Schüttlern im Sitz zu bleiben. Im Rücken der Fallschirm-Rucksack – keine komfortable Luftzirkulation, stattdessen eher ein Wärmepolster. Durch die Plexiglashaube knallt die Sonne – und die Sekunden, bis die Schleppmaschine anrollt, das Seil spannt und auch das Segelflugzeug hinterherhoppelt, sind endlos.

Kompromisslos zeigt die Hitze der Flugphysik, wo’s langgeht: Die Motorleistung der Schleppmaschine ist geringer, zudem sind in der heißen Luft die einzelnen Partikel, die an den Tragflächen für den Auftrieb, viel weniger dicht gepackt. Das wiederum merkt man als Pilot ganz offensichtlich, wenn der Flugplatzzaun am Starbahnende bedrohlich näher kommt – und von der Höhe her zum Greifen nah ist.

Nach dem Start wird’s einfach, Dirk Windmüller in seinem Element: Nach dem Ausklinken in 600 Meter über Grund noch kurzer Probelauf des eingebauten Motors, der wird dann wieder im Rumpf seiner ASG 29E versenkt und Windmüller reißt die 320 Kilometer herunter. Rothenburg, Altmühltal, Donauwörth. Liga-Schnitt von 84 km/h. Mit Platz 17 wieder vier Punkte für den SFC gerettet, Mission gemeistert und damit einen Cliffhanger mehr für die nächste Folge im Abstiegskampf der Haller Segelflieger.