Wir verleihen Flügel
Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Runde 15 der Zweiten Segelflug-Bundesliga und Auftakt zum Hohenloher Vergleichsfliegen (25./26. Juli)

Erst neutralisiert, dann sportliche Sprints

Nach fünf Jahren ist Schwäbisch Hall wieder Austragungsort des Hohenloher Vergleichsfliegens: 20 Segelflugzeuge starteten am Wochenende in die erste Runde des Wettbewerbs, der diesen Sonntag endet.

Samstag noch war das Wetter zu schlecht, der Tag musste „neutralisiert“ werden, wie das im Flieger-Sprech heißt. Am Sonntag dann Strecken zwischen 213 und 283 Kilometer, über Ostalb und Altmühltal, die fast alle Piloten schafften. Dazu Schnittgeschwindigkeiten, die bis knapp an die 100 km/h heranreichten. Denn im Vergleich zur Segelflug-Bundesliga, wo jeder Pilot seine eigene Flugstrecke wählt, ist im Wettbewerb der Druck ein anderer, wenn alle innerhalb einer Wertungsklasse denselben Kurs haben und sich unmittelbar in Sichtweite befinden.

Das GPS verzeiht keinen Fehler

Aber gleichzeitig dürfen sich die Piloten beim Blick aus der Plexiglashaube nicht täuschen lassen: Die technisch am meisten ausgereiften Flugzeuge werden in der Wertung quasi künstlich schlechter gerechnet – es gibt einen genormten Index – um auch Piloten auf leistungsschwächeren Segelflugzeugen realistische Siegchancen zu ermöglichen.

Die genauen Zeiten, wann zum Beispiel auch die imaginäre Abflug-Linie überflogen wird, zu der die Zeitnahme beginnt, zeichnet ein GPS-Tracking auf. Und das verzeiht keinen Fehler: zu hohe Abfluggeschwindigkeit, Höhenüberschreitung, falsche Umrundung des Wendepunkts – das alles setzt schnell Strafpunkte.

Knifflige Streckenauswahl

„Das war schon sportlich: Die Schnellen sind gut herumgekommen, andere mussten böse kämpfen, grade für die Anfänger war das schon happig“, meinte Wolfgang Baas von der Wettbewerbsleitung des Segelfliegerclubs Schwäbisch Hall (SFC). Für die Streckenauswahl ist Markus Schieber zuständig. Der Mainhardter flog die vergangenen Jahren für die Bundesliga und Deutsche Meisterschaften, jetzt hat er mit der Flugplanung einen fast noch kniffligeren Job: Die Top-Piloten, darunter auch Teilnehmer von den Deutschen Meisterschaften und ein Ex-Junioren-Weltmeister, wollen gefordert werden. Gleichzeitig macht das Wetter sein eigenes Ding, nie hundertprozentig vorhersehbar, fies drückte sich am Nachmittag eine thermische Abschirmung über Hall. Pech für die Langsameren.

Klare Heimvorteile gibt es bei Segelfliegern kaum, zu groß ist das Gebiet, in dem geflogen wird. Bessere Vorteile bringt der Teamflug mit kurzen Infos über Funk, wo die Luft trägt, wie hoch das Steigen ist. So setzten sich von den SFC-Piloten sich Dietrich Sinn (965 Punkte) und Felix Hüfner (959) an die Spitze der 13 Leistungsklasse-Piloten. In der gemischten Klasse hatten die Vereine aus Donauwörth und Backnang die besseren Karten.

Immerhin lassen sich die Flüge des Hohenloher Vergleichsfliegens für die Bundesliga zweitverwerten. Für die SFC-Piloten hat das den Nebeneffekt, dass Felix Hüfner (90 km/h), Dietrich Sinn (89 km/h) und Dirk Windmüller (84 km/h) auf ihren 283 Kilometern den SFC auf den 11. Platz brachten. Somit steht Hall in der Zweitligatabelle auf Rang 27 und muss damit nur noch vier Punkte Rückstand aufholen, um den Klassenerhalt zu retten.

Vier Wertungstage stehen nun an, ab Donnerstag wird auf dem Hessentaler Flugplatz wieder geflogen.