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Segelfliegerclub Schwäbisch Hall e.V.

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Runde 16 der 2. Segelflug Bundesliga (1./2. August) und Abschluss Hohenloher Vergleichsfliegen: Spitzenergebnis im Hohenloher Vergleichsfliegen katapultiert den SFC in zweiter Bundesliga nach vorne

Regen, knackiger Wind – und zum Finale auf die Thermik-Rennstrecke

Mit vier Wertungstagen endete am Sonntag das Hohenloher Vergleichsfliegen in Hessental. Die 50. Auflage des Segelflugwettbewerbs sorgte für Überraschungen.

Nicht nur wettertechnisch – fliegerisch alles drin von starkem Wind, sogar Regen und plötzlichem Thermik-Schwund entgegen aller Wetterprognosen. Und dass die Haller, immerhin stellte der Segelfliegerclub Schwäbisch Hall (SFC) bei dem Wettbewerb die Hälfte der Teilnehmer, gut abschneiden, war zu erwarten.

Dass aber mit Felix Hüfner, absoluter Neuling im Wettbewerbsfliegen, in der Leistungsklasse siegte, das hätte sich am allerwenigsten der  20-jährige Vellberger selbst ausgemalt: „Klar, du versuchst, an dein Limit zu gehen. Und dir von den richtigen Wettbewerbs-Cracks eine Menge abzuschauen.“

Unter Beobachtung: Anders als bei der Segelflug-Bundesliga wurden beim Hohenloher Vergleichsfliegen die Strecken für alle Piloten genau vorgegeben. Am Sonntag 340 Kilometer für die Leistungsklasse und ein 250 Kilometer-Kurs für die Gemischte Klasse. Hier kreisen zwei der 20 Segelflugzeuge südlich des Einkorns, um genug Höhe für den „Abflug“ zu sammeln: Das überqueren einer imaginären Linie, ab welcher die Zeit dann läuft.

Vermutlich war es genau der richtige Mix aus Wettbewerbsdruck „viel höher als bei der Bundesliga, wo ja jeder seine Flugstrecke frei wählen kann“ und noch nicht die Unverfrorenheit jener ausgebufften Piloten, die sonst für die Deutsche Meisterschaft fliegen: „Einmal führten die besseren Aufwinde haarscharf am Stuttgarter Luftraum vorbei, das war mir zu heiß, das traute ich mich nicht.“

Andere Piloten zahlten für die Annäherung an diese Tabuzone mit kräftigem Punkteverlust. Hüfner: „Ich habe nie viel Punkte verschenkt. Okay, auch wenn ich ab und zu während des Flugs die Streckenführung innerlich verflucht habe. War aber spätestens mit der Landung vergessen.“

Die Kollegen nass zu machen ist unter Fliegern verpönt

Fair zu fliegen, ist für Felix Hüfner wichtig. Deshalb landete er ungewöhnlicher Weise am zweiten der vier Wertungstage auch wieder mit seinen 100 Litern Wasserballast: „Wenn ich im Bart gekreist bin, waren jedes Mal Flugzeuge unter mir, da ließ ich es natürlich drin.“ Die anderen Kollegen nass zu machen, ist unter Segelfliegern verpönt und zählt zu den schmutzigen Tricks. Denn wenn sich Wassertropfen auf den Tragflächen ansammeln, zwingt das die Gleitfähigkeit in die Knie, genau derselbe Effekt wie bei Regen. „Und beim Geradeausflug merkte ich wieder, dass der Ballast doch was bringt.“ Also drinlassen und damit zum Tagessieg.

Nebeneffekt: Der SFC ist in der 2. Bundesliga raus aus der Abstiegszone – vorerst

Der Hammer kam zum Schluss: Denn wenn Segelflieger von „Hammerwetter“ sprechen, dann ist damit nicht laues Thermik-Geblubber gemeint, sondern das Szenario vom Sonntag zum Abschluss des „Hohenlohers“. Schönwetterwolken markieren die Aufwinde, die bis in eine Höhe von 2.400 Meter reichen. Auf Thermik-Rennstrecken wie der Schwäbischen Alb sind Schnitte jenseits der 100 km/h-Marke auf dem 339-Kilometer-Kurs drin. Den größten Gewinn, den die SFC-Piloten jedoch verbuchen können: Mit einem Schlag sind sie nun raus aus der Gefahrenzone, die „Abstieg aus der zweiten Bundesliga“ heißt.

Markus Schieber, selbst Pilot mit jahrelanger Bundesliga-Erfahrung, wählte die Flugaufgaben so, dass alle Flüge auch optimal für die Zweite Liga gewertet werden können, wo es auf einen möglichst hohen Schnitt innerhalb eines zweieinhalbstündigen Zeitfensters ankommt. Und so gelang es am Sonntag den drei Tagesbesten in der Leistungsklasse – neben Felix Hüfner (104 km/h) noch Dietrich Sinn (107 km/h)  und Dirk Windmüller (103 km/h) -  das drittbeste Rundenergebnis in der Zweitliga einzufliegen. Das katapultierte den SFC um sechs Plätze vor auf Rang 21. Und damit endlich wieder raus aus der Abstiegszone. Beste Vorzeichen, um während der letzten drei Bundesligarunden den Klassenerhalt zu sichern.